„Fleischer zu sein ist mega schön“
Michelle Zirra ist mit 18 schon Meisterin

BOLLENDORF. „Fleischer zu sein ist mega schön“, schwärmt Michelle Zirra. Sie hatte vergangenen Sommer die Gesellenprüfung zur Fleischerin abgelegt. Mit 94,85 Punkten war sie damit die beste Fleischerin unter allen Fleischerprüflingen im Gebiet der Kreishandwerkerschaften Mosel-Eifel-Hunsrück-Region und Trier-Saarburg. „In der praktischen sowie theoretischen Prüfung jeweils eine Eins abzuliefern ist eine herausragende Leistung“, freut sich Reinhold Monzel, der Michelle Zirra drei Jahre lang als Ausbilder in seiner Traditionsmetzgerei in Bollendorf in das Fleischerhandwerk eingeführt hat. Direkt im Anschluss an ihre Gesellenprüfung hat Michelle Zirra mit dem Meister gestartet und diesen bereits wenige Monate später, im Dezember letzten Jahres, in der Tasche. „Damit ist sie die jüngste Fleischer-meisterin in Deutschland“, freut sich ihr Ausbilder Reinhold Monzel. Was Zirra an dem Beruf fasziniert beschreibt sie so: „Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, mein Vater war Metzger. Als Kind habe ich zu Hause schon geholfen Wurst zu machen und finde es einfach toll, wenn man auf einem Bauernhof die Tiere heranwachsen sieht und somit auch weiß, was bei einem auf dem Teller landet.“ Die Achtzehnjährige empfindet diese Nähe zum Tier als urwüchsig. Was andere Fleischesser abschreckt sieht die Fleischerin als authentischen Lebensstil an. Und so geht sie auch mit ihrem Freund auf die Jagd und verarbeitet das erlegte Wild zu schmackhaften Spezialitäten.

Bereits mit 14 Jahren hat sie ihr erstes Praktikum bei Monzel gestartet. Zirra wohnt in Nussbaum und da war es naheliegend sich in der Umgebung einen Praktikumsplatz zu suchen. „Aber die Nähe allein war nicht der Grund. Reinhold Monzel hat schon bei meinem Uropa geschlachtet und mir gefiel einfach diese Ursprünglichkeit, die in dem kleinen Betrieb von den vier Mitarbeitern gelebt wird“, erzählt die Fleischerin. Monzel: „Die Anfänge der Metzgerei gehen auf meine Großeltern zurück, die 1937 den Grundstein legten. Vor drei Jahren haben wir achtzigjähriges Bestehen gefeiert. Schön, wenn Tradition und Jugend so gut zusammenpassen“, freut sich der Fleischermeister vom Innungs-fachbetrieb.

Er hat aus Prinzip nie mehr als einen Auszubil-denden, was bei einem 4-Mann Betrieb ja auch gleich 25 Prozent der Belegschaft ausmacht. „Ich konzentriere mich gerne drei Jahre auf einen Lehrling und bringe ihm alles bis ins Detail bei“, erzählt Monzel. „Mehr als einen Azubi könnten meine Nerven auch nicht verkraften“, lacht er.

Text/Foto: Fleischerei Monzel